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Ein Psalm ist wie ein Formular, das du füllst

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. Psalm 66, Vers 20
Barbara Kästner
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© pixelio

Manchmal kommt es in unserem Leben ganz heftig. Dann ist unser Herz voll, große Freude oder großer Kummer beherrschen uns und wir finden kaum Worte, die wir an Gott richten könnten. Dann ist es gut, dass wir die Psalmen haben, diese Gebetssammlung des Volkes Israel. In ihnen stecken die Glaubenserfahrungen vieler Menschen.

Sie thematisieren elementare Grundthemen unseres menschlichen Lebens. Dabei ist ihre Sprache konkret in den verwendeten Bildern und doch offen für die Lebenswirklichkeit aller Menschen.

Die Theologin Dorothee Sölle schrieb: »Der Psalm ist ein Formular, und du sollst deinen Namen eintragen und deinen Schmerz, deine Freude und dein Glück und deine Erde und deine Bäume und alles, was du liebst.«

Diese Vorstellung gefällt mir: Ich kann diese Psalmworte füllen mit meinem Leben, mit meinen Gotteserfahrungen. Und da ist Platz für mein Lob, meinen Dank und auch meinen Zweifel.

Sie sind Stützen für mich, an denen ich mich in bewegten Zeiten festhalten kann, sind Bilder der Hoffnung und trösten mich. Denn manchmal fällt es mir schon schwer, Gottes Güte in meinem Leben zu erkennen, auch viele meiner Gebete gehen scheinbar ins Leere und ich verstehe manchmal erst im Nachhinein die Antwort Gottes darauf. Und dann tröstet es mich, dass auch diese Zweifel in den Psalmen aufgenommen werden, den Menschen vor mir auch vertraut waren. Dieser Psalm aber lädt uns ein zur Dankbarkeit. Gott meint es gut mit uns, trotz aller Dunkelheiten und Zweifel. Er hört mein Gebet. Dieser dankbare Blick wird uns verändern zu Menschen, die aus dieser Güte leben und sie weitergeben können.

Barbara Kästner ist Referentin der Kirchlichen Frauenarbeit der Landeskirche Sachsens.

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