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Dresdner Archiv zeigt päpstliche Bulle gegen Luther

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Flyer Hauptstaatsarchiv Luther
© Hauptstaatsarchiv

Eines der wertvollsten Dokumente europäischer Geschichte ist von Donnerstag an im Dresdner Hauptstaatsarchiv zu sehen: Präsentiert wird ein Original der päpstlichen Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther (1483–1546). Weltweit gebe es nur drei Exemplare von dieser Bulle, teilte das sächsische Staatsarchiv am Mittwoch in Dresden mit. Mit dem Dokument wollte Papst Leo X. 1520 den jungen Mönch Luther zum Widerruf seiner Thesen zwingen.

Die Dresdner Archivausstellung »Verbrannt? Luther, Herzog Georg und die Bannandrohungsbulle« präsentiere erstmalig »einige der wertvollsten Lutherbestände aus dem Gedächtnis Sachsens der Öffentlichkeit«. Neben der berühmten Bulle sind auch von Luther eigenhändig geschriebene Briefe zu sehen. Sie dokumentierten die Wirkung der Bannandrohungsbulle sowie die Vorgeschichte ihrer aufsehenerregenden Verbrennung durch den Reformator, hieß es.

Ein zweites Exemplar der päpstlichen Bulle wird zeitgleich im Stuttgarter Kunstgebäude in der Ausstellung »Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Die Reformation in Württemberg« gezeigt. Das Dresdner Exemplar war bereits in der Nationalen Sonderausstellung »Luther und die Deutschen« auf der Wartburg in Eisenach zu sehen. Es stammt aus dem Besitz Herzog Georgs von Sachsen (1471–1539), einem der schärfsten Gegner Luthers.

Wegen seiner reformatorischen Schriften wurde der Ketzerprozess gegen Martin Luther 1520 wieder aufgenommen. Dieser gipfelte Mitte Juni desselben Jahres in der Bannandrohung, mit der Luther ultimativ aufgefordert wurde, seine Lehren zu widerrufen. Der Reformator verbrannte die Bulle im Dezember 1520 in Wittenberg. Damit kam es zum endgültigen und unwiderruflichen Bruch mit Rom. Der Papst verhängte Anfang 1521 schließlich den Bannfluch über Luther.

Die Ausstellung mit dem Titel »Verbrannt? Luther, Herzog Georg und die Bannandrohungsbulle« ist vom 15. September bis zum 11. Januar im Hauptstaatsarchiv Dresden zu sehen. Geöffnet ist sie montags und mittwochs von 8.30 bis 18 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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