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Evangelische Schulen bringen Bildungsvielfalt

Interview mit dem sächsischen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) anlässlich des zehnten Geburtstages der Schulstiftung der Landeskirche.
Uwe Naumann
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Kultusminister Christian Piwarz
Zum zehnten Geburtstag der Schulstiftung der Landeskirche kam auch Kultusminister Christian Piwarz (2. v. r.) zum gratulieren. Neben ihm waren auch Burkart Pilz, Bildungsdezernent im Landeskirchenamt Dresden, Landesbischof Carsten Rentzing sowie CDU-Bildungsexperte Thomas Colditz vertreten (v. l.). © Schulstiftung der Landeskirche Sachsens

Herr Piwarz, haben Sie eine persönliche Beziehung zu evangelischen Schulen?

Christian Piwarz: Ich bin Mitglied der Landeskirche. Insofern verfolge ich das, was die evangelische Kirche gerade im Bildungsbereich macht, sehr aufmerksam. Mit Bildungsangeboten direkt komme ich aber nicht in Berührung.

Welchen Stellenwert haben die evangelischen Schulen?

Gerade die evangelische Kirche trägt mit ihren Schulen, die sie über die Schulstiftung betreibt, ganz stark dazu bei, dass wir Bildungsvielfalt haben im Freistaat, aber dass wir auch alle Kinder beschulen können. Sie ist also ein wichtiger Pfeiler dessen, was wir an Bildung im Freistaat anbieten können.

Trotzdem gibt es einen strukturellen und finanziellen Nachteil für die freien Schulen gegenüber den staatlichen. Was können Sie tun, dass das angesichts der angekündigten Verbeamtung von Lehrern nicht weiter zunimmt?

Wir haben die Finanzbeziehungen zu den freien Schulen auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt. Das haben wir zusammen mit den Vertretern der freien Schulen gemacht, sodass dort eigentlich eine Befriedung eingetreten ist und ein gutes Miteinander existiert. Es ist klar, dass wenn ich mehr Geld in die staatlichen Schulen gebe, auch in Form der Verbeamtung, dass ich dann natürlich auch den freien Schulen über die gesetzlichen Regelungen mehr Geld zur Verfügung stellen muss.

Sie wollen den freien Schulen 30 Millionen Euro über fünf Jahre gestreckt geben. Bei einem Milliardenprogramm für die öffentlichen Schulen sind 30 Millionen für die freien Schulen doch ein Witz.

Nein, sind es nicht. Das sind jetzt erst einmal Schätzwerte. Aber nicht alles, was im Handlungsprogramm des Freistaates drin ist, kann man eins zu eins auf freie Schulen umrechnen. Es gibt auch Kostenpositionen, die sind nicht anrechenbar. Wir berechnen den Mehrbedarf streng nach Gesetz.

Ein anderes Problem ist der Religionsunterricht. Was können Sie in den nächsten Jahren tun, um ihn zweistündig zu gewährleisten und dass nicht weiterhin Lehrer in andere Fächer abgezogen werden?

Wir sind im Gespräch insbesondere mit den beiden großen Kirchen. Wir bitten auch immer wieder darum, dass uns die Kirchen entsprechendes Personal zur Verfügung stellen. Wir versuchen auch Religionslehrer zu werben. Unser Ziel ist es, den katholischen wie auch den evangelischen Religionsunterricht flächendeckend anzubieten, wo er nachgefragt wird.

Sind Sie als Mitglied der Landeskirche zufrieden mit der Situation des Religionsunterrichts?

Wichtig ist erstmal, dass Religionsunterricht stattfindet. Ich finde es gut, dass es immer mehr gelingt, auch nichtkonfessionell gebundene Familien und Kinder dafür zu begeistern, in den Religionsunterricht zu gehen. Das halte ich für ein wichtiges Signal, um den Zugang zu Religion zu öffnen, zumindest einen Anreiz zu schaffen. Dass es immer besser gehen könnte, dass man mehr machen könnte, dass ist natürlich völlig klar und das gilt auch für den Religionsunterricht.

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