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Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?

Thomas de Maizière lud zum Bürgerforum nach Leipzig ein
epd/so
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  • Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) in Leipzig
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Das Miteinander von unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen in der Gesellschaft stand am Freitag im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) in Leipzig. Es gehe darum, wie man die versöhnende Kraft von Religionen nutzen und die spaltende Kraft eindämmen könne, sagte de Maiziére zum Auftakt. Hintergrund ist das differenzierte Bild in Deutschland: sinkende Mitgliederzahlen der Kirchen, aber auch Ängste und Diskussionen um die Rolle des Islam.

Die Veranstaltung stand unter der Überschrift "Wie hältst Du's mit der Religion? Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?". Mehr als 100 Gäste diskutierten an Runden Tischen mit dem Innenminister, der Berliner Rabbinerin Gesa Ederberg, der katholischen Theologin Dagmar Mensink, der Islamwissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi und dem Präsidenten des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Frieder Otto Wolf.

Mensink sagte, sie sei überzeugt, dass mit Blick auf Religion die plurale Gesellschaft in Deutschland neu vermessen und ausgehandelt werden müsse. Religion könne nicht losgelöst als Privatsache betrachtet werden. Wer sich beispielsweise der Nächstenliebe verpflichtet sieht, wolle auch die Gesellschaft mitgestalten.

Mohagheghi forderte mit Blick auf sogenannte Gefährder ein Handeln des Rechtsstaates. Extreme Ideologien bildeten sich eher über das Internet als in Moscheen, sagte sie.

Die Veranstaltung in Leipzig war Teil der Werkstattreihe "Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration: #gemeinsam für ein starkes Deutschland", die sich aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen widmet. Zu den Themen gehören unter anderem auch Integration und Migration, politische Bildung, bürgerschaftliches Engagement und Demografie.

Der Minister am Mittag: "Ich finde es gut, wenn man sich zu seinem Glauben bekennt." De Maiziére, der an verschiedenen runden Tischen Platz nahm und mit unterschiedlichsten Bürgern ins Gespräch kam, lobte die offene Atmosphäre: "Es wird akzeptiert, dass ich mitdiskutiere." Ein Punkt, der öfter angesprochen wurde: "Die religiöse Bildung bei Erwachsenen ist ein wichtiges Thema." Viele Teilnehmer wünschten sich einen Diskurs über Religion und mehr Wissen über die unterschiedlichen Glaubensrichtungen.

Der Bürgerdialog hat dafür eine gutes Forum geboten - trotz oft unterschiedlicher Ansichten auch vieler Nichtchristen wurde konstruktiv kommuniziert. Dass de Maiziére sich dafür einen halben Tag Zeit nahm, lobte die Theologin Dagmar Mensink. Dafür gab es Beifall von allen Teilnehmern.

Weitere Information finden Sie im nächsten SONNTAG.

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4 Lesermeinungen zu Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?
thomas aus Leipzig schreibt:
06. Februar 2017, 19:30

Guten Abend,

wer kann mir verraten, was sich hinter dieser sehr nebulösen Formulierung: "Mensink sagte, sie sei überzeugt, dass mit Blick auf Religion die plurale Gesellschaft in Deutschland neu vermessen und ausgehandelt werden müsse." verborgen ist.
Eine neue Vermessung kann ich mir als Techniker vorstellen, was aber ist "Aushandeln", vor allen Dingen, wer handelt da mit wem.
Herzlichst aus Leipzig,
Thomas

Johannes schreibt:
07. Februar 2017, 11:47

Lieber Thomas,
das fragen Sie am besten Frau Mensing selbst. Ich habe zwar keine Adresse von ihr; aber sie arbeitet auch in der Staatskanzlei in Mainz für Ministerpräsidentin Malu Dreyer...
Mit freundlichem Gruß
Johannes Lehnert

Beobachter schreibt:
07. Februar 2017, 19:30

Lieber Thomas, für mich wäre es viel interessanter, was sich hinter der der Aussage
"Mohagheghi forderte mit Blick auf sogenannte Gefährder ein Handeln des Rechtsstaates. Extreme Ideologien bildeten sich eher über das Internet als in Moscheen, sagte sie." verbirgt und wer sich davon heute immer noch einlullen läßt!

Gert Flessing schreibt:
07. Februar 2017, 21:08

Es ist immer wieder schön, wenn politisch agierende Menschen merkwürdige Floskeln von sich geben. Wie eben auch Frau Mensink.
Aber sie hat ja nicht unrecht. Die Gesellschaft in unserem Vaterland hat sich gewandelt. Dazu gehören auch die Veränderungen, die es im Blick auf die Religion, gegeben hat.
Während noch in den sechziger Jahren, auch in unserem Raum, eine ziemliche Mehrheit an Christen vorhanden war und ich mich, auf unserem Dorf, an volle Ostergottesdienste erinnern kann, hat sich das alles recht ausgedünnt.
Wir leben als Christen in einer Minderheitensituation. Die Mehrheit der Menschen ist "ungläubig". Auch das ist vielgestaltig.
Dazu kommen neue religiöse Gruppierungen. Das ist nicht nur der Islam.
Da ist es schon gut, wenn sich Menschen Gedanken über die Zukunft der Gesellschaft machen. Es reicht nicht aus, das wir sagen, wir stehen in einer christlichen Tradition.
Wir müssen das lebendig werden lassen. aber auch das braucht Ideen und ebenso die Frage, wie wir mit den anderen Menschen, den anders religiösen, wie den nicht religiösen, umgehen.
Gert Flessing

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(Philipper 4,19)

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