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Nachhaltiger Tourismus statt Wachstum um jeden Preis

Brot für die Welt warnt vor den Folgen des »Over-Tourism«
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Urlaub Strand
© Rike/pixelio.de

Noch nie verreisten so viele Menschen weltweit, besonders der Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländern boomt. In einigen Ländern wie Myanmar, Thailand oder Indonesien verdoppeln sich die Gästezahlen innerhalb weniger Jahre. Das teilte Brot für die Welt in einer Presseerklärung im Rahmen der internationalen Tourismusbörse in Berlin mit. »Kein Wunder, dass nicht nur in Venedig oder Barcelona, sondern auch am Machu Picchu in Peru, im indischen Goa oder in Costa Rica Anwohner unter dem Ansturm der Besucher ächzen«, so das Hilfswerk.

Das Thema »Over-Tourism« – also ein Zuviel des Tourismus – wird immer drängender, denn ungezügeltes Tourismuswachstum verschärfe die Konkurrenz um knappe Ressourcen und blockiert Entwicklung.

Viele Tourismusplaner reagierten darauf mit neuen Besucherlenksystemen, verlängerten Öffnungszeiten oder dem Neubau von Kreuzfahrtterminals außerhalb der Städte. »Das sind hilflose Versuche, denn sie setzen nur technisch an den Symptomen an, nicht an den Ursachen«, so Antje Monshausen von Brot für die Welt. »Over-Tourism aber ist die Folge einer ignoranten, rücksichtslosen und am Ende undemokratischen Tourismusentwicklung, die die Menschen vor Ort übergeht«, erläutert die Tourismusexpertin.

Partnerorganisationen des Hilfswerks beklagen, dass der stetig wachsende Tourismus zu Engpässen bei der Wasserversorgung und zu Landrechtskonflikten führt. Vielfach dienen neue Infrastrukturprojekte nur dem Tourismus und gehen an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen vor Ort vorbei.

»Statt den nächsten Wachstumsrekorden hinterher zu eifern, wird es dringend Zeit, den Tourismus daran zu messen, welche Auswirkungen er auf soziale Gerechtigkeit, Menschen- und Arbeitsrechte vor Ort und den globalen Klimawandel – kurzum auf nachhaltige Entwicklung – hat«, fordert Brot für die Welt.

Brot für die Welt-Tourism Watch ist auf der Internationalen Tourismusbörse (7. bis 11. März 2018) mit einem Stand in Halle 4.1 der Messe Berlin, Stand-Nr. 224 sowie Veranstaltungen vertreten.

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2 Lesermeinungen zu Nachhaltiger Tourismus statt Wachstum um jeden Preis
Beobachter schreibt:
06. März 2018, 15:47

Komisch, im anderen Artikel heißt es " Die Investitionen in die Infrastruktur hätten sich gelohnt."und der Anstieg der Tourismuszahlen werden gefeiert?
Hier heißt es " neue Infrastrukturprojekte nur dem Tourismus und gehen an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen vor Ort vorbei." Gönnt man das, was bei uns feierwürdig ist, den Ländern, die oftmals davon leben, nicht?

Gert Flessing schreibt:
06. März 2018, 21:50

Nun bin ich schlauer. Also sollen die Menschen nicht mehr in Urlaub fahren?
Sollen schön daheim bleiben, damit den Einheimischen der Anblick der Touristen erspart bleibt?
Da heißt es immer, Weltsicht bekommt man, wenn man sich die Welt ansieht.
Wenn keine Touristen mehr kommen, wird auch gejammert.
Undemokratisch war es, als nur bestimmte, finanziell starke Menschengruppen reisen konnten.
Gert Flessing

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