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Sachsen: Beratungsstelle gegen Radikalisierung nimmt Arbeit auf

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© Rainer Sturm/pixelio.de

Sachsen will stärker über islamistische Radikalisierung aufklären und potenziell Betroffenen eine Anlaufstelle bieten. Dazu habe die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) Anfang März ihre Arbeit aufgenommen, sagte Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Bisher gebe es drei Beratungsfälle. Die Ministerin ließ offen, ob es sich dabei um Radikalisierte oder um Angehörige handelt.

Ähnlich wie beim Thema Rechtsextremismus wird über die neue Beratungsstelle auch ein Aussteigerprogramm angeboten. KORA wurde in Kooperation des sächsischen Integrations- Innen- und Justizministeriums geschaffen und arbeitet unter dem Dach des Demokratiezentrums Sachsen. Zuständig ist das Ministerium für Gleichstellung und Integration. Mehrere Workshops seien bereits angeboten worden. Zielgruppen seien unter anderem Schulklassen.

Ziel der Beratungsstelle sei es letztlich, islamistische Radikalisierung zu verhindern. Ein wichtige Rolle in der Prävention komme muslimischen Gemeinden zu, die eine "hohe Integrationsarbeit leisten", sagte Köpping. Mit ihnen und muslimischen Organisationen wolle KORA eng zusammenarbeiten.

In Sachsen sind Köpping zufolge derzeit 15 muslimische Gemeinden bekannt, die Tendenz ist steigend. KORA setze auf "einen vertrauensvollen Dialog" und biete "Informations-, Sensibilisierungs- und Fortbildungsveranstaltungen sowie Beratungsangebote für Flüchtlingshelfer" aber auch für besorgte Eltern an. Das Projekt arbeitet den Angaben zufolge mit Trägern der Wohlfahrt und Demokratiearbeit, mit der Zivilgesellschaft und den Sicherheitsbehörden zusammen. Für Koordinierungsfragen ist es mit einer Personalstelle ausgestattet.

In Sachsen sind derzeit 190 Salafisten bekannt. Über mögliche sogenannte Gefährder will Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik informieren.

Die KORA ist über die zentrale Telefonnummer 0351/564 564 9 von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr erreichbar. Die Beratungstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist unter der Rufnummer 0911/9434343 zu erreichen.

Internet: www.demokratiezentrum.sachsen.de

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