9

Werner Schulz hält Leipziger Rede zur Pressefreiheit

epd
  • Artikel empfehlen:
Werner Schulz
© privat

Der ehemalige Bundestags- und Europaabgeordnete der Grünen, Werner Schulz, wird beim diesjährigen Leipziger Medienpreis die Rede zur Medien- und Pressefreiheit halten. Das teilte die Medienstiftung der Leipziger Sparkasse vorab mit. Die diesjährigen Preisträger, der deutsch-türkische »Welt«-Korrespondent Deniz Yücel und die türkische Journalistin Asli Erdogan, werden bei der Verleihung am 6. Oktober geehrt. Yücel sitzt in der Türkei in Haft und wird in Abwesenheit geehrt. Asli Erdogan wird am Freitag in Leipzig sein. Die Preise sind mit insgesamt 30 000 Euro dotiert.

Yücel und Erdogan gingen ernsthaft und streitbar ihrer Arbeit nach, begründete die Stiftung die Ehrungen der Journalisten. Beide nähmen das »einstige Demokratieversprechen der türkischen Republik« ernst und würden wegen ihrer kritischen Berichterstattung verfolgt, hieß es weiter.

Der 44 Jahre alte Yücel sitzt seit Ende Februar in der Türkei in Untersuchungshaft. Die Regierung in Ankara wirft ihm »Terrorpropaganda« und »Aufwiegelung der Bevölkerung« vor. Asli Erdogan arbeitete laut Medienstiftung fast 20 Jahre für die linksliberale türkische Zeitung »Radikal«.

Die Medienstiftung vergibt den Preis seit 2001 jedes Jahr an Journalisten, Verleger und Institutionen, die sich für Freiheit und Zukunft der Medien engagieren. Zu den früheren Preisträgern zählen die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül, die Russin Anna Politkowskaja und der US-amerikanische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald.

Diskutieren Sie mit

9 Lesermeinungen zu Werner Schulz hält Leipziger Rede zur Pressefreiheit
Britta schreibt:
04. Oktober 2017, 18:15

Nunja, die Glanzleistungen des Deniz Yücel lassen sich in der taz nachlesen, und wer dem Volk, was ihn alimentiert und eine Heimat gegeben hat, den Tod wünscht, ist für mich kein auszeichnungswürdiger Journalist. Bezeichnend, daß seine Inhaftierung mehr beklagt wurde als die Opfer kurz vor Weihnachten auf dem Berliner Breitscheidplatz.
Was wahr ist muß wahr bleiben: auch wenn ich sonst absolut nichts zu seinen Gunsten weiß: bei den Grünen ist Daniel Cohn-Bendit für mich der einzige Vertreter einer wahren Pressefreiheit, der damals den Brandanschlag auf die JF mit scharfen Worten verurteilte. Warum darf der nicht die Rede halten?

Johannes schreibt:
05. Oktober 2017, 15:28

Liebe Britta,
meinst Du das ernst? Ein böser '68er soll reden?
"Marc Daniel Cohn-Bendit ist ein deutsch-französischer Publizist und Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und Europe Écologie-Les Verts.
Im Mai 1968 wurde er prominenter Sprecher der Studenten in Paris. Nach seiner Ausweisung aus Frankreich war er im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) und der APO aktiv. In den 1970er Jahren gehörte er zur Sponti-Szene in Frankfurt am Main und gab das Stadtmagazin Pflasterstrand heraus...."

Marcel Schneider schreibt:
07. Oktober 2017, 11:51

Ach, Britta, das mit Deniz Yücel und seinem Artikel in der taz erkläre ich Ihnen gerne nochmal. Das fällt auch ganz vielen AfD-Wählern schwer, das Weiterdenken. Sie isolieren gerne einzelne Worthülsen und sind ihre eigene Lügenpresse. Also:
Absicht des Zitats "Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite" war es, zu polarisieren, zu provozieren und damit – letztendlich – zur Diskussion aufzurufen. Die Absicht der in dem im Bild nur unvollständig wiedergegebenen Aussage erschließt sich beim Lesen des kompletten Artikels, aus dem diese stammt.
Er bezieht sich mit Titel und Leitmotiv auf Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“, welches im Jahr zuvor veröffentlicht wurde. Dies im Hinterkopf behaltend, erschließt sich ein Kontext, in dem dieser Kolumnenbeitrag als satirische Reflexion unter Zuhilfenahme von statistischen Daten und willkürlicher Auswahl einseitig betrachteter Eigenheiten der deutschen Sprache und (Pseudo-)Tradition gesehen werden kann.
Das stark verkürzte Zitat aber für sich alleine in den Raum zu stellen und damit der (Miß-)Deutung in sämtliche Richtungen Tür und Tor zu öffnen ist denkbar ungeeignet, wenn es darum geht, Yücels generelle Einstellung zu Deutschland zu repräsentieren.
Ohne den thematischen Kontext, die Einordnung der Quelle, und den inhaltlich-textlichen Zusammenhang im Artikel selbst, wird die offensichtliche satirische Intention nicht transportiert.
Und, Satire von Deniz Yücel verstanden? Oder weiter getreu der AfD nach dem Mund reden?

Beobachter schreibt:
08. Oktober 2017, 13:21

Ach Herr Schneider, das ist doch wohl jetzt schon beinahe primitiv, deutschlandfeindliche Äußerungen als Satire zurechtzubiegen, nur um wieder mal gegen die AfD hetzen und den "Leitmedien" und Leitpolitikern nach dem Munde reden zu können?

Johannes schreibt:
08. Oktober 2017, 18:32

Liebe Britta,
dem kann ich nur zustimmen. Auch bei C.-B. greifst Du eine Rede heraus, die Dir gefällt, weil sie Dein 0-1-Denken bestätigt, und alles andere ist dann Nebensache. Sonst bist Du in Deinem Urteil über die '68er, die doch schuld sind an der deutschen Misere, genauer: dem Werteverfall, sehr,sehr hart. Was macht C.-B. aus der Nähe von Joschka plötzlich so empfehlenswert?
fragt Johannes

Britta schreibt:
08. Oktober 2017, 10:59

@Johannes: Jawohl. Du müßtest eigentlich noch wissen, daß ich die Vita von Herrn Cohn-Bendit kenne. Ich habe mich hier auch entsprechend geäußert. Aber zum Thema Pressefreiheit hat er wahres Demokratieverständnis bewiesen im Gegensatz zu vielen anderen in seiner Partei, hier und anderswo. Das habe ich anerkennend erwähnt, was ist schlimm daran? Wo habe ich jemals dagegen opponiert, daß irgendjemand zu Wort kommt, auch wenn mir dessen Meinung ggf. nicht paßt? Das man nämlich auch das Gegenüber zu Wort kommen läßt und sachlich kommentiert, gehört zur Wertschätzung des Gegners und vor allem zum DEMOKRATISCHEN Diskurs. Das scheinen aber etliche der selbsternannten Demokraten nicht zu wissen. (Nicht unter diese Kategorie fallen Imampredigten in (noch) christlichen Kirchen!)
@Herr Schneider: Wenden Sie sich bitte mit diesbezüglichen Kritiken an die taz, die beileibe kein AfD-Journal ist. Ich habe nur auf den Artikel verwiesen. Da Sie mir unbedingt was erklären wollen: vielleicht könnten SIE mir eine journalistische Glanzleistung des Herrn Yücel verraten, die eine solche Ehrung rechtfertigt? Und überlegen Sie mal, was eine solche "Satire" unter umgekehrten Vorzeichen ausgelöst hätte - fänden Sie die dann auch noch gut? Ich erwarte darauf keine Antwort von Ihnen, denken Sie nur einmal darüber nach.
A propos Denken: das kann ich schon allein, da brauche ich weder eine AfD noch eine mediale Betreuung noch Sie dazu. Ich habe nämlich z.B. einen Beruf, der auf selbstständiges und schnelles Denken auch in Extremsituationen aufbaut. Sie dürfen mir höchstens Denkanstöße vermitteln, dazu müßten Sie sich aber - ehrlich gesagt- etwas mehr Mühe geben.
Ich hoffe jedoch, Sie bemerken, daß ich Ihre Meinung ebenso toleriere (Ihnen somit eine Art Wertschätzung entgegen setze), wie ich verlange, dies mit meiner zu tun, falls Sie sich weiterhin als Demokrat bezeichnen wollen.

Marcel Schneider schreibt:
09. Oktober 2017, 10:58

Hallo Britta.
Von Glanzleistungen des Herrn Yücel habe ich nichts geschrieben. Ich weiß aber, dass er seit über 200 Tagen unschuldig und ohne Anklage in Haft sitzt.
Würden Sie seit 200 Tagen unschuldig in Haft sitzen, einem Despoten ausgeliefert, würde ich mich auch für Sie einsetzen, Ehrenwort. Deniz Yücel ist als Mensch nicht weniger oder mehr wert als Sie und ich. Ich weiß aber nicht, ob das noch so wäre, wenn wir eine AfD-Regierung hätten. Der Spitzenkandidat der AfD von Rheinland-Pfalz schreibt, "er will das verhasste demokratische System in Deutschland abschaffen". Vielleicht sitzen dann auch hier in Deutschland Menschen unschuldig und ohne Anklage in Haft.
Aber da wir bei Glanzleistungen sind: was meint denn Alexander Gauland, Kopf der AfD, mit "Glanzleistungen und heldenhaften Taten unserer deutschen Soldaten in 2 Weltkriegen"?. Hm, also mir fällt ein: deutsche Soldaten haben geplündert, gemordert, gefoltert, gequält, vergewaltigt, gebrandschatzt, erschossen, vergast und 2 Weltkriege angezettelt. Ich schäme mich für unsere Vergangenheit.
Und die Opfer des Nationalsozialismus nehme ich gerade dann ernst, wenn ich die AfD bekämpfe. Weil manchem Überlebenden des Holocausts läuft es kalt den Rücken runter, wenn er hört, dass "Deutsche Politiker und politische Gegner aufs Schafott und an die Wand gestellt werden sollen". Also nein, ich achte die Opfer der NS-Zeit sehr, indem ich die AfD bekämpfe.
Aber ja, ich achte Ihre Meinung, werte Britta. Ich respektiere und achte Ihre Meinung, das meine ich ehrlich.
Grüße
Marcel Schneider

Beobachter schreibt:
09. Oktober 2017, 12:49

Herr Schneider, nochmal, Sie als Kirchlicher Angestellter sollten diferenzierter mit Menschen umgehen (können)! Vieles von dem, was Sie da anführen hat es in schrecklichen Kriegen gegeben. Jedem einfachen Soldaten aber zu unterstellen, er habe die se Taten ausgeführt, zeugt von wenig Menschenkenntnis und Überheblichkeit Ihrerseits! Keiner von den Menschen, die an den Kriegen teilnehmen mußten , habe diese "angezettelt!
Genauso, wie Sie das denen aber unterstellen, tun Sie das in Ihrem blinden Haß auch mit der AfD und deren Wählern. Gerade von einem Menschen, der mit Menschen arbeitet (soll), kann man wohl ein wenig mehr Menschen- und Demokratieverständnis erwrten können.. Aus keinen Fall aber sollte er durch unbegründestes Hetzen zur Spaltung der Gesellschaft (und der Kirche) beitragen!

Britta schreibt:
09. Oktober 2017, 15:13

Lieber Herr Schneider,
was Herr Gauland genau mit seinem Bezug auf das Mitterand-Zitat bezweckte, müssen Sie ihn schon selbst fragen, ich war und bin nämlich zu keiner Zeit Pressesprecherin für irgendeine Partei. Wie sagte Charles de Gaulle nach dem 2. WK: "Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht.“ Eine weiterführende Diskussion erspare ich mir in diesem Rahmen, da es in keiner Weise zum Ursprungsartikel gehört, als Hilfestellung für Sie verweise ich lediglich auf die Schriften Helmut Schmidts, Bogdan Musiols oder der ehemaligen Alliierten.
Ich schäme mich nicht für unsere Vergangenheit, ich schäme mich nicht für Luther, Bach, Goethe, Schiller, Heine etc. und ich schöme mich nicht für Dinge, die vor meiner Geburt geschehen sind. Aber ich lerne daraus, nämlich gegen Entwicklungen, die z.B. schleichend die Meinungsfreiheit beschränken oder totalitäre Weltbilder installieren wollen, zu kämpfen.
Freundliche Grüße
Britta

Tageslosung

Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt.

(1.Mose 3,9-10)

Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!

(Galater 4,6)

Folgen Sie Sonntag Sachsen:

Aktuelle Veranstaltungen
  • , – Chemnitz
  • Lesung
  • DAStietz – im Bereich Kultur und Länder der Stadtbibliothek
  • , – Freiberg
  • Dom und Klang im Kerzenschein
  • Dom
  • , – Leipzig
  • OrgelPunktZwölf
  • Peterskirche
Audio-Podcast

Der Twitter-Sonntagticker
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Mit Gottes Segen: Sachsens neuer #Ministerpräsident #Kretschmer tritt sein Amt nach Andacht in der #Frauenkirche ge… https://t.co/FZzgAbvZpn
heute
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Bischof #Rentzing gratuliert Sachsens neuem Ministerpräsidenten #Kretschmer, der heute als Nachfolger von #Tillich… https://t.co/VrQNY6sVYp
heute
Sonntag Sachsen @sonntagticker
@evlks erwartet, dass Kirchgemeinden in Zukunft etwa 1000 Immobilien verkaufen. Baureferentin Tauber: #Kirchen auf… https://t.co/gOtDiT77B0
gestern
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Wir nähern uns diese Woche in großen Schritten dem #Advent und damit dem nächsten #Kirchenjahr. Lesen Sie im neuen… https://t.co/2YImAzEHOD
vor 14 Tagen