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Jesus mit offenen Armen

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Epheser 2, Vers 19
Ulrich Seidel
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Ulrich Seidel ist Pfarrer im Ruhestand in Markkleeberg. Er ist Vorsitzender der »Aktion Kirche und Tiere«. © privat

Der Mensch ist ein Gruppenwesen und hat ein feines Gespür dafür, wer dazugehört und wer nicht. Eine Gruppe garantiert Sicherheit, bedeutet aber auch Abgrenzung.

Wir leben ganz selbstverständlich in Familien, Nationen, Kulturen und Religionen im Gefühl geistiger Beheimatung. Man weiß um die »Mitbürger« und die »Fremdlinge«. Daran ist erst einmal nichts Schlechtes, es kann aber schnell zur Quelle von Konflikten werden. Religiöse Bindungen prägen tief. Wer bin ich? Beschreibe ich mich selbst, komme ich nach Namen und Beruf schnell zur Konfession. Ich bin evangelisch, katholisch, buddhistisch oder muslimisch und das sagt ohne große Erklärung sehr viel über mich aus. Es ist meine zweite Haut.

Früher waren die Religionen geografisch getrennt: Europa christlich, Asien buddhistisch-hinduistisch, muslimisch der arabische Raum, das »westliche« Europa kam vor 200 Jahren dazu.

Durch Globalisierung und Fluchtbewegungen mischt sich nun alles. Damit umzugehen ist die Herausforderung unserer Tage: die Einbürgerung der oder des Fremden.

Eigentlich hat das Christentum damit Erfahrung, denn der Apostel Paulus hat die Schleusen des Judentums mit großer Integrationskraft zur universalen Religion geöffnet. Durch Christus ist der Gott Abrahams ein Gott aller geworden. Verheißungen erfüllen sich. Es gilt nicht mehr Grieche oder Jude, sondern alles ist in Christus. »Kommt her zu mir alle …« sagte Jesus zu Lebzeiten. Da waren wir noch keine Religion, die ein Drinnen und Draußen kannte, aber die offenen Arme Jesu waren schon immer unser Markenzeichen.

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2 Lesermeinungen zu Jesus mit offenen Armen
Gert Flessing schreibt:
26. Juli 2017, 13:37

Ja, Herr Seidel. Die offenen Arme Jesu. Das ist der springende Punkt. Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes sind wir, wenn wir uns in diese geöffneten Arme flüchten. Da, bei Christus sind wir nicht mehr Jude noch Grieche. Da sind wir eins, woher wir immer gekommen sind.
Die "Einbürgerung" war, ist und bleibt, die Taufe.
Gert Flessing

Markus Gerber schreibt:
28. Juli 2017, 10:46

Mit scheint, hier wird ganz schön Gewalt am Text verübt, um die eigene Meinung kundzutun. Denn es gibt ja erstens auch von Jesus genügend exklusive und ausschließende Worte, und zweitens ist ein "kommt her zu MIR alle" ja nicht ein "es ist mir egal, was ihr glaubt", sondern ebenfalls exklusivistisch. Mag man dazu stehen, wie man will. Natürlich soll man dem Fremden freundlich, hilfsbereit und offen begegnen (siehe Bibel). Aber man kann nicht immer aus jedem Bibelvers alles drehen, wie man will. Sonst gibt man nur denen recht, die von Unlauterkeit oder gar Lüge der Kirche sprechen.

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 30 | 30.7.2017 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen
Tageslosung

Der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.

(Klagelieder 3,31-32)

Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

(1.Petrus 5,10)

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