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Reformierter Weltgipfel: »Wir wollen die christliche Einheit«

Am ersten von zehn Versammlungstagen geht der Weltgipfel der Reformierten in Leipzig auf andere Kirchen zu – doch auch die großen Weltkrisen treiben die Reformierten um.
epd
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Die Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen hat die Bedeutung der Ökumene betont. »Die reformierten Kirchen wollten schon immer die christliche Einheit«, sagte Weltgemeinschafts-Präsident Jerry Pillay am Donnerstag in Leipzig. »Wir wollen mit allen Kirchen um uns herum zusammenarbeiten«, ergänzte er.

Die Versammlung des Dachverbands der Reformierten kommt nur rund alle sieben Jahre zusammen. Die letzten Treffen hatten 2010 in den USA und 2004 in Ghana stattgefunden. Die Leipziger Generalversammlung ist die insgesamt 26. und das größte kirchliche Treffen im Jahr des 500. Reformationsjubiläums 2017. Sie dauert bis 7. Juli und steht unter dem Motto »Lebendiger Gott, erneuere und verwandle uns«.

Pillay sagte, das Wort Erneuerung bedeute, dass die Kirche etwas verloren habe. »Wir müssen eine bessere Zukunft erreichen und uns vollkommen verändern«, fügte er hinzu.

Zur lutherischen Reformation sagte Pillay, die Kirchen hätten sich 1517 in Wittenberg zwar gespalten. »Aber 2017 wollen wir sichtbar machen, dass es eine Gemeinschaft der Kirchen gibt«, betonte der Präsident. Er hoffe, dass die geplante Erklärung von Wittenberg ein Indikator sein werde »für die Einheit, die wir haben wollen«.

Nach einem Besuch in Berlin an diesem Sonntag reist die Generalversammlung am 5. Juli an die Wirkungsstätte von Reformator Martin Luther (1483–1546) nach Wittenberg. Dort wollen sich die Reformierten der »Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre« anschließen, die Katholiken und Lutheraner 1999 unterzeichnet hatten. Ein weiterer Höhepunkt der Tagung ist der geplante Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Willkommensgottesdienst am Freitag in der Leipziger Nikolaikirche.

In ihrer inhaltlichen Arbeit will sich die Generalversammlung vor allem mit dem Thema Gerechtigkeit beschäftigen. »Die Welt ist in der Krise«, sagte Pillay. Als drängende Probleme nannte er unter anderem Rassismus, weltweite Fluchtbewegungen, Armut, politische Unruhen und religiösen Fundamentalismus. Am Ende der Beratungen soll eine Abschlusserklärung zum Thema Weltgerechtigkeit stehen. Außerdem wird die Versammlung einen neuen Präsidenten wählen.

Am Morgen hatte der Weltgemeinschafts-Generalsekretär Chris Ferguson rund 300 Delegierte und mehrere Hundert weitere Gäste der Generalversammlung auf der Leipziger Messe begrüßt. Nach der Aufnahme mehrerer neuer Mitgliedskirchen empfing Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die bereits Angereisten im Neuen Rathaus. Im Laufe des Donnerstags wurde die Ankunft weiterer Delegierter erwartet. Rund 50 Mitglieder konnten Ferguson zufolge wegen Visa-Problemen nicht nach Deutschland einreisen.

Weltweit gehören rund 80 Millionen Menschen einer reformierten Kirche an. Die Weltgemeinschaft hat laut Ferguson aktuell 233 Mitgliedskirchen, 126 davon hätten Delegierte nach Leipzig geschickt. In der Lehre beziehen sich reformierte Christen, anders als etwa die Lutheraner, die theologisch in direkter Nachfolge Luthers stehen, vor allem auf die Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli (1484–1531) aus Zürich und Johannes Calvin (1509–1564), der in Genf wirkte.

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