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Landeskirche und Freistaat starten ins Reformations-Jubiläum in Bautzen

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Dom St. Petri in Bautzen
© Foto: S. Giersch

Mit einem Ökumenischen Festgottesdienst im St. Petri-Dom in Bautzen eröffnen die Landeskirche Sachsen und der Freistaat Sachsen am Epiphaniastag das Jahr des Reformationsjubiläums 2017.

Neben Landesbischof Carsten Rentzing und Bischof Heinrich Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen, werden auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich und weitere Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft am Gottesdienst teilnehmen. Predigen wird Erzbischof Dietrich Brauer (Moskau) von der Ev.-Luth. Kirche in Russland. Beginn ist 18 Uhr.

Zu Jahresbeginn hatten sich der evangelische Kirchenvorstand von St. Petri und der katholische Pfarrgemeinderat St. Petri Bautzen per Neujahrsbotschaft vom 2. Januar an die Öffentlichkeit gewandt und Bezug auf die aktuellen Ereignisse in Bautzen im vergangenen Jahr genommen:

"Zum Jahreswechsel versammeln wir Christen uns in unseren Kirchen, um das zu Ende gehende Jahr dankbar in Erinnerung zu bringen. Das Gewesene legen wir in Gottes Hände zurück – zum Kommenden sagen wir ja und wissen es in Gottes Händen aufgehoben.

In unserer Stadt, die wir lieben und in der wir leben, deren Geschick und Gedeihen wir gerne mitgestalten, sind im letzten Jahr Dinge passiert, die wir ablehnen. Maßlosigkeit in Wünschen und Wollen findet ihren Ausdruck in verschiedenen Lebensbereichen. Auf der Basis unserer christlichen Überzeugung werden wir nicht einfach zusehen, wenn Hass auf andere Menschen gesellschaftsfähig wird, wenn die Hemmschwelle zu Gewaltausbrüchen sinkt und Menschen im Alltag lächerlich gemacht werden. Manche Äußerungen unserer Mitbürger in Wortwahl und Emotionen sind unanständig und beschämen uns. Wir werden dazu nicht hilflos und ängstlich schweigen.

Weihnachten feiern wir die Geburt des Sohnes Gottes, der mit seiner Botschaft und mit seinem Leben diese, unsere Welt nachhaltig verändert hat. Diese Handreichung Gottes lässt uns nicht hilflos und müde werden, sondern hilft uns, Wege versöhnter Kommunikation zu suchen.

Dabei wissen wir uns an der Seite der Menschen, die vereinfachende Parolen nicht unwidersprochen stehen lassen und andere Meinungen nicht in Schubladen einsortieren. Wir stehen an der Seite derer, die sich zu Wort melden und Verantwortung für unsere Stadt und das Gemeinwohl übernehmen. Gerne unterstützen wir Menschen, die in unserer Stadt Freiräume gestalten, in denen Gelegenheit ist, einander zuzuhören und respektvoll in die Augen zu schauen.

Als Christen bekennen wir, dass alle Menschen gleich sind und absolute Würde besitzen, unabhängig der Herkunft oder Hautfarbe. Wenn die Herbergssuche aus der Weihnachtsgeschichte in unserer Stadt zur konkreten Wirklichkeit geworden ist, werden wir nicht die Herbergstüre zuschlagen gegenüber Menschen, die Schutz und Hilfe suchen und brauchen.

Als Christen in Bautzen werden wir uns geduldig einbringen in eine Stadt, in der ein menschenwürdiges Leben möglich ist für alle, die hier leben und zu uns kommen. So werden wir Freude und Hoffnung, Trauer und Angst miteinander teilen und uns für Mitmenschlichkeit in unserer Stadt einsetzen."

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