Schöner wäre, es müssten keine Kommentare mehr über Flüchtlinge geschrieben werden. Oder nur noch solche, die vom Wesentlichen handeln: Dass Menschen im Wohlstand Menschen in Not helfen, weil es menschlich ist. Leider aber muss vom Hass geschrieben werden. Und dass er mehr wird.
Als Ende vergangener Woche eilig Zelte für Flüchtlinge in Dresden errichtet werden mussten, wurden Helfer bedroht, mit einem Auto mutwillig fast umgefahren, Asyl-Gegner warfen Böller. Wenig später flogen Steine in ein nahes, kurz vor der Eröffnung stehendes Asylbewerberheim, stinkende Buttersäure wurde beim »Tag der offenen Tür« in ihm verspritzt. Und auch nicht wenig Hass unter Nachbarn.
Diese Säure frisst sich in Stadtteile und Internet-Netzwerke. Sie legt auch etwas frei: Es geht nicht um verständliche Sorge, keine verbesserte Flüchtlingspolitik – die dringend nötig wäre – könnte sie aufhalten. Es geht um den nackten Egoismus der Besitzenden.
In dieser Frage war Jesus radikal, sehr radikal. Und sehr eindeutig. Erschreckend eindeutig. Wer ihm nachfolgen will, soll nicht an seinem Wohlstand kleben, sondern ihn teilen – so frei, wie er empfangen wurde. In dieser Freiheit zeigt sich für Jesus Glaube. Nicht im Errichten von Burgen gegen das Fremde. Er zeigt sich im Wagnis der Offenheit. Im Vertrauen, dass Gott trägt durch alle Ängste. Auch durch jene vor dem Flüchtlingsheim nebenan. Man muss sich nur tragen lassen.
Was dann entstehen kann, nennt Jesus das Reich Gottes. Selbst wenn es nur kleine Bruchstücke davon sind. Viele hundert Sachsen haben sich schon auf diesen Weg gemacht – und es selbst im Angesicht von Andersgläubigen gefunden. Die in der Sorge um sich selbst Gefangenen ahnen nicht, was ihnen entgeht.
Impressionen vom Elbe-Tauffest
Impressionen vom Elbe-Kirchentag in Pirna
Festtag 100 Jahre Glaube + Heimat
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