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Streitfall ungeborenes Leben

Marsch für das Leben: Während die Abtreibungen zunehmen, treffen in Berlin Gegner und Befürworter hart aufeinander. Die Position der Kirche ist dabei nicht ganz eindeutig.
Von Stefan Seidel
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Entschlossen für ein totales Abtreibungsverbot: Zum »Marsch für das Leben« ruft der Bundesverband Lebensrecht jedes Jahr im September auf. Letztes Jahr kamen 4500 Teilnehmer (Bild). © Chr. Ditsch/epd

Wenn am Sonnabend der »Marsch für das Leben« in Berlin startet, sind scharfe Proteste programmiert. Während die Abtreibungsgegner ihre traditionelle Demonstration unter das Motto stellen »Die Schwächsten schützen: Ja zu jedem Kind«, will ein Bündnis vor allem linkspolitischer Kräfte unter der Parole »My body, my choice« (»Mein Körper, meine Wahl«) laut Ankündigung »den christlichen Schweigemarsch stoppen«.

Dabei legt der »Marsch für das Leben« den Finger in eine Wunde: Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche verharrt in Deutschland auf einem hohen Niveau. Im ersten Halbjahr 2017 ist die Zahl der Abtreibungen sogar im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um zwei Prozent auf 52 200 gestiegen. Dieser getöteten Kinder will der Marsch gedenken – und für ein totales Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen eintreten. »Wir fordern Politik und Gesellschaft auf, das schreiende Unrecht der Abtreibung zu beenden, Tötung durch Selektion zu verhindern und das erneute Aufkommen der Euthanasie zu stoppen«, so die Organisatoren. Neben einer »Willkommenskultur für jedes ungeborene Kind« fordern sie auch das Verbot der Pränataldiagnostik.

Einige Kirchenführer solidarisieren sich durch Grußworte mit dem Marsch. Dabei lässt sich die offizielle kirchliche Position zu dem Thema nicht auf eine klare Demonstrations-Parole herunterbrechen. In der Erklärung der beiden großen Kirchen mit dem Titel »Gott ist ein Freund des Lebens« heißt es zwar: »Schwangerschaftsabbruch soll nach Gottes Willen nicht sein«. Aber dort steht auch: »Wenn eine Schwangere sich nicht in der Lage sieht, das in ihr heranwachsende Leben anzunehmen, darf ihre Entscheidung, obwohl gegen Gottes Gebot, nicht pauschal und von vornherein als selbstherrliche Verfügung über menschliches Leben verurteilt werden.« Vielmehr sei dies eine »Herausforderung zum Gespräch, zum Mitfühlen und zu tatkräftiger Hilfe«.

In diese Richtung zielt die Schwangerschaftskonfliktberatung, die gesetzlich vorgeschrieben ist und auch von der Diakonie angeboten wird. Laut Gesetz soll diese Beratung zwar dem »Schutz des ungeborenen Lebens« dienen, aber gleichzeitig »ergebnisoffen« geführt werden.

Für Professor Ulf Liedke von der Evangelischen Hochschule in Dresden steckt ein tiefer Sinn in der ergebnisoffenen Beratung. Denn in der schwierigen Konfliktsituation einer ungewollten Schwangerschaft hilft moralischer Druck nicht weiter. Vielmehr solle es darum gehen, »einen Sprachraum zu öffnen, damit die Schwangere, beziehungsweise das Paar ihre Ängste, Fantasien und Befürchtungen aussprechen kann.« Die Beratung könne dabei helfen, die Konfliktsituation durchzuarbeiten und im Stimmengewirr die eigene Stimme zu finden.

Klar müsse allerdings die Folge einer Abtreibung benannt werden: »Dass ein Abbruch bedeutet, gegenüber dem Leben des abgetriebenen Ungeborenen schuldig geworden zu sein«. Gleichzeitig entziehe es sich aber einer letzten Beurteilung von außen, »wenn eine Schwangere nach intensiver Beratung und intensiver Abwägung für sich zu dem Ergebnis kommt: ich kann nicht Mutter dieses Kindes werden«. Da diese Sichtweise beim »Marsch für das Lebens« nicht vorkommt, kann sich Liedke eine Teilnahme nicht vorstellen.

Offener scheint da Landesbischof Carsten Rentzing zu sein. In einem Grußwort an den letztjährigen Marsch schrieb er, dass Gottes Wille gegen eine »Kultur des Todes« stehe, die sich in dieser Welt immer weiter ausbreiten möchte. Er wünscht sich eine Debatte über die Grenzen des Lebens, die von einer »Kultur des Lebens« geprägt sei. Eine solche Debatte scheint am Sonnabend in Berlin nicht möglich zu sein.

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29 Lesermeinungen zu Streitfall ungeborenes Leben
name schreibt:
18. September 2017, 11:25

"Was ist der Maßstab, mit dem über Abschaffen oder Bewahren von Gesetzen entschieden wird?"

Die Grundrechte in Kombination mit der Beurteilung, was diese gebieten und wie diese ausreichend zu schützen seien.

Z.b.:
"Dublin als schlimmes Unrecht gegen die Grenzländer Europas ansehen kann und als beispiellosen Egoismus der Länder ohne europ. Außengrenze, spielt dabei anscheinend keine Rolle."

Die eine Aufhebung von Dublin ablehenden sehen wohl keine schwer wiegenden Grundrechtsverletzungen durch Dublin; wie und warum sie das nicht sehen, müsste man sie fragen; aber eindeutig kann die Frage strittig sein, denn Dublin selbst führt ja für sich erstmal nicht zu irgendeiner Grundrechtsverletzung, denn die betreffenden Flüchtlinge würden ja in einen sicheren Staat geschickt, in dem sie Schutz vor Verfolgung haben.

Es gibt kein Grundrecht in ein bestimmtes Land weiterzuflüchten, sondern nur ein Grundrecht darauf irgendwo Schutz zu bekommen.

Hingegen haben ungeborene das Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 GG und hätten als Mitglieder der Menschheit auch dann ein Lebensrecht, wenn die Justiz verschlafen hätte ihnen ausdrücklich das nach Art. 2 Abs. 2 GG zuzubilligen; damit ist eine Abtreibung IMMER ein Eingriff in ein Grundrecht.

Unabhängig von der Vielzahl an anderen relevanten Details der beiden Themenkomplexe, besteht damit der Unterschied, dass bei dem einen Themenkomplex möglicherweise überhaupt keine Eingriffe in irgendwelche Grundrechte stattfinden (womit man erstmal diskutieren muss, ob dem so ist und dann ggf. auch zu verschiedenen Bewertungen kommen kann), während bei dem anderen Themenkomplex grundsätzlich immer tausendfach massivste Eingriffe in Grundrechte erfolgen (womit nur noch disktuiert werden könnte, ob diese denn ggf. gerechtfertigt, entschuldigt oder zu tolerieren sind; aber das die Eingriffe in die Grundrechte stattfinden kann nicht mehr strittig sein, sofern man denn das Grundgesetz akzeptiert).

Es gibt noch weitere Unterschiede, aber dieser ist meiner Vermutung nach der, der ganz wesentlich zu den Differenzen im Umgang mit dem Thema führt.

Petra Heiland schreibt:
14. September 2017, 9:21

Warum wird immer wieder der Unterschied zwischen Menschen vor und nach der Geburt gemacht. Die Würde des Menschen ist in beiden "Stadien" unantastbar. Die Freiheit eines Menschen endet da, wo die eines anderen Menschen beginnt. So hat keiner das Recht einen Menschen für seine eigene (angebliche) Freiheit zu töten. Hätten die vorgeburtlichen Kinder eine Stimme, sie würden es hinausschreien, dass sie leben möchten. Außerdem gehen wir ja auch nicht hin, wenn wir Probleme mit unseren Kindern nach der Geburt haben und lassen uns "ergebnisoffen' beraten... Ich empfehle allen Institutionen wie 1000plus und profemina als Beratungsstelle, die erkannt haben, dass die Frauen in der Regel einfach mal hören wollen, dass sie es schaffen können und dass Schwangerschaft und Kinder nichts Negatives sind. Wir vergessen auch allzu oft, dass das Gesetz von Tötung spricht, die in Ausnahmefällen straffrei ist. Doch sind es doch schon lange keine Ausnahmefälle mehr und die fast ausnahmslose Tötung von behinderten ungeborenen Kindern ist Euthanasie. Und es kann doch nicht sein, dass viele Frauen ihre Kinder lieber töten, statt sie zur Adoption freizugeben. Gebt den vorgeburtlichen Kindern eine Stimme, eine Lobby - kommt zum Marsch FÜR DAS LEBEN1

L. Schuster schreibt:
14. September 2017, 21:41

Liebe Frau Heiland,
Sie machen es sich zu einfach. Bis zum 3 Monaten macht sich keine sich keine Frau strafbar und auch kein Theologe wird behaupten, den Nachweis führen zu können, dass Schwangerschaftsunterbrechung bis dahin ein Menschenmord ist.

Die strittigen Fragen sind u.a. ist ab wann ist der Mensch beseelt und vereinfacht gesagt, im Zweifel für den Angeklagten gilt auch hier. Natürlich gilt von Abtreibung, einschließlich der Abtreibungspille so wenig wie möglich am besten nie gebrauch zumachen.

Von Mord zu sprechen ist aber hier immer falsch. Es steht ja meist auch immer Not oder die Frau ist mit der Schwangerschaft überfordert usw. dahinter. Beratungsstellen können zwar helfen aber die eigentliche Entscheidung muss die Schwanger treffen. Es ist ihr Bauch und das sollte man akzeptieren, noch sollten man daran etwas ändern wollen.
Auf keinen Fall solle man der Frau ein schlechtes Gewissen einreden, denn oft hat die Schwangere ihren Abbruch schon längst vor dem himmlischen Vater gebracht, der einzige der ihre tatsächliche Situation versteht und nicht die Beratungsstelle.

Gert Flessing schreibt:
15. September 2017, 9:55

Lieber Herr Schuster,
es ist auch meine Leber, dennoch sollte ich sie nicht durch saufen zerstören.
Eine Schwangerschaft ist kein Unglücksfall. Es gibt heute Sexualkunde, da lernen schon Kinder, ein Kondom über eine Gurke zu ziehen oder so.
Es gibt die Pille, es gibt diverse andere Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhüten.
Ist ihnen schon mal der Gedanke gekommen, das vorbeugen besser als Morden is?
Ja! Ich nenne das Mord. Es ist nicht falsch und hat nichts mit der "Not" der Frauen zu tun, die ja eine selbstgemachte ist.
Leben ist immer Leben in seiner Gesamtheit. Es ist keinesfalls so, das irgendwann eine Seele dazu gefügt wird, die aus einem "Zellklumpen" einen Menschen macht.
Es ist längst nicht so, das Gott gnädig auf Menschen sieht, die, aus nichtigen Gründen, eine Schwangerschaft beenden.
Ich kenne eine junge Frau, die, als Jugendliche, einen Schwangerschaftsabbruch hatte. Die seelischen Folgen waren schwerwiegend. Dann wurde sie Tante und hat sich liebevoll um ihre Nichte gekümmert, war immer da und hat damit nicht nur ihr Trauma überwunden. Sie selbst ist nicht sonderlich religiös.
Eines Tages wurde mir von Gott bedeutet, sie zu segnen, weil er ihr vergeben hat. Ihr wurde viel vergeben, weil sie viel geliebt hat.
Schwanger, wie sie es sich jetzt gewünscht hat, wird sie, weil damals was schief ging, nie mehr werden.
Gert Flessing

Petra Heiland schreibt:
15. September 2017, 10:24

lLiebe/r Frau/Herr Schuster,

von Mord habe ich nicht geschrieben, sondern von Tötung. Und genau das, was Sie geschrieben habe, habe ich auch bereits geschrieben: Es ist eine Tötung, die jedoch straffrei bleibt. Und das es ein Mensch ist ab der Verschmelzung von Ei und Samenzelle ist nicht nur für Christen unstreitig. Und es ist nicht der Bauch der Schwangeren, sondern das Leben in ihr (ob beseelt oder nicht). Hier machen Sie es sich einfach. Auch es gibt richtig gute Beratungsstellen, die wirklich helfen - und nicht nur Beratungsstellen, sondern viele Menschen - Menschen die auf die Frauen, Familien und die Schwächsten, die keine Lobby haben (die vorgeburtlichen Menschen) aufmerksam machen. Letztere treffen sich am Samstag und machen es sich nie einfach - weder an diesem Tag noch an jedem anderen Tag.

Johannes schreibt:
15. September 2017, 11:07

Lieber Herr Schuster,

die Zeit (bis zu drei Wochen) ist eine gesellschaftliche Vereinbarung, kein Naturgesetz. Und es ist durchaus strittig, ob die Würde des ungeborenen Menschen erst mit drei Monaten beginnt. Man könnte den Zeitpunkt durchaus ansetzen mit dem Eindringen des Samens in die Eizelle oder mit der ersten Zellteilung. - Dies ist durchaus eine Frage des Menschenbildes und der Weltanschauung. - Dass Frauen den Schwangerschaftsabbruch (Ihr 'Ausdruck "Schwangerschaftsunterbrechung" ist beschönigend: Hier wird nichts unterbrochen, sondern radikal beendet) als normales Mittel der Familienplanung einsetzen ist eben nicht normal und auch nicht schöpfungsgerecht. Dass es durchaus medizinische und soziale Gründe gibt, Schwangerschaften abzubrechen , gehört zu meiner Weltanschauung. Dass das eine Vielzahl von Christen oder Humanisten bestreiten, ist auch offensichtlich. Die Beratungsstellen haben die Aufgabe, Abtreibungswillige auf ihre Verantwortung (sei es vor Gott oder der Gesellschaft) hinzuweisen und aus dem Familienplanungsmittel eine Gewissensentscheidung zu machen. Dass von den Beraterinnen erwartet wird, die Abtreibung auf jeden Fall zu verhindern, ist unbillig. Dass aus dem Verhalten einer Partei zu dieser Gewissensentscheidung d a s Wahlkampfargument zu machen, halte ich für unangemessen.

Mit freundlichem Gruß
Johannes

Britta schreibt:
17. September 2017, 13:35

Lieber Johannes, nun springe ich mal über das Stöckchen, mit dem Du beharrlich hier herumfuchtelst. Ich kann mich nicht erinnern, zu einer Aufhebung des Paragraphen 218 bzw. 218a aufgefordert zu haben oder hast Du Nachweise des Gegenteils?
Es geht bei dieser unfaßbaren Sache, der nun schon Millionen gesunde Kinder zum Opfer gefallen sind, vielmehr um das Bewußtsein der Menschen, was - zuletzt derzeit durch die Genderideologie, die sich als "Genderwissenschaft" maskiert - gezielt beeinflußt wird (man erinnere sich an die SPIEGEL-Titelseite, auf der prominente Frauen mit ihren euphemistisch "Schwangerschaftsunterbrechung" oder "Schwangerschaftsabbruch" gennanten Kindstötungen kokettierten und so dem glamoursüchtigen Lieschen Müller suggerierten, daß man mit einem "Schwangerschaftsabbruch" zur Welt der Reichen und Schönen gehört). Die Förderung der Abtreibung ist auch in der Abschlußresolution des Weltfrauenkongresses in Peking 1995 festgehalten.
HIER vermisse ich den entschiedenen Eintritt der Kirche gegen dieses himmelschreiende Unrecht. Gerade die Kirche hätte die Möglichkeit - entgegen dem propagierten Mainstream - dieser Entwicklung die frohe Botschaft entgegen zu setzen. Sie tut es aber nicht, was jedem Christen zu denken geben sollte. In meiner Jugend war das anders, da gab es Jugendveranstaltungen der Kirche gegen Abtreibung (mit dem berühmten "Tagebuch der Ungeborenen...").
Es sollte auch zu denken geben, wenn eine Politik dauernd Rechtsbrüche begeht (Maastrich, Dublin etc.), Vertreter dieser Politik fordern, das Zusammenleben täglich neu auszuhandeln (A. Özoguz), die freie Meinungsäußerung zunehmend durch neue Gesetze (zuletzt "Netzwerkdurchsetzungsgesetz") beschränkt wird, ob wir dann wirklich noch in einem Rechtsstaat leben. Hinzu kommt die Beschränkung der Exekutive, wie der Vorsitzende des deutschen Richterbundes, Herr Gnisa, in seinem Buch beschreibt.
Somit bleiben die Forderungen nach Erhaltung des Rechtsstaates durch die Exekutive bestehender Gesetze (incl. Dublin, Asylgesetze etc.) für alle gleich sowie eine christlich-humanistische Bewußtseinsbildung mit vorrangiger Unterstützung der Nächsten anstatt der Fremden. Es ist unglaublich, wenn die, die sich für bessere Voraussetzungen für Den Nachwuchs der eigenen Leute anstatt Förderung der Zuwanderung und Vermehrung Fremder so diffamiert werden, wie das im Moment der Fall ist.
Ich erwarte von der Kirche, daß sie dem gesellschaftlich mangelnden Unrechtsbewußtsein bezüglich der Abtreibungen laut vernehmlich entgegen tritt, ebenso wie der massenhaften Ansiedlung islamischer Fremder in unserem christlich verwurzelten Land, die durch Asylgesetze nicht gedeckt ist! (Syrien ruft bereits seine Staatsbürger zurück zum Wiederaufbau, das Leben dort normalisiert sich zunehmend, was die im August beendete internationale Messe in Damaskus dokumentiert, und wir überlegen hier ernsthaft, ob ein millionenfacher Familiennachzug nach den Wahlen zugelassen wird, anstatt die Menschen nach Wegfall des Asylgrundes in ihre Heimat zurückzuschicken und ggf. Hilfe beim Wiederaufbau zu leisten - ist DAS christlich? oder stecken andere Absichten dahinter?)
Freundliche Grüße
Britta

Johannes schreibt:
19. September 2017, 12:57

Ich hatte eine einfache Frage gestellt und werde die darauf reagierende Doktorarbeit bestimmt nicht antworten.
- Meine Frage: Was unterscheidet die Kritik an der Regierungsarbeit bei Schwangerschaftsabbrüchen, die gesetzlich geregelt ist (Diese Regelungen sollen abgeschafft - es geht nicht nur um 218, aber um den Vorwurf, dass die Regierung Massenmord an Kindern zulasse!) von der Kritik an der Regierungsarbeit, weil sie angeblich Dublin 3 bricht (also sich nicht streng an ein Gesetz hält)
Noch einmal: Auf der einen Seite wird von der Regierung verlangt, gesetzliche Regeln aufzugeben, auf der anderen Seite soll sich die Regierung streng an Gesetze halten. - Nach welchem Maßstab wird das Verhältnis zum Gesetz bestimmt (streng einhalten oder abschaffen)?
Johannes Lehnert

PS: Ich konnte nicht herausfinden, inwiefern Erklärung der Menschenrechte, Asylgesetze und "Dublin" es Deutschland verbieten, Flüchtlinge aufzunehmen, die keinen Asylstatus erringen können. Kann mir da jemand helfen? d.o.

Britta schreibt:
19. September 2017, 20:13

Lieber Johannes: Also, dann nochmal kurz: ich für meinen Teil habe keine Abschaffung von Gesetzen gefordert, sondern eine Bewußtseinsbildung im christlichen Sinne. Wenn nämlich die Abtreibungen gesetzlich verboten sind, werden bei der heutigen Bewußtseinslage eine Abtreibungstourismus bzw. wieder Hinterhofengelmacherinnen auftreten, die komplikationsreich illegale Abtreibungen vornehmen. Bei der Schärfung der Wahrnehmung als Tötung und somit unchristliche Handlung haben die Kirchen versagt!
Hat schonmal jemand dahingehend überlegt, daß Menschen für die Vermeidung der (anfänglichen) "Belastung" durch Kinder mit der Abtreibung ihre eigene irdische Unsterblichkeit, die durch Weitergabe des Genoms und durch die Erziehung erfolgt, verderben?
Zu Deinem P.S.: wir leben in einem Rechtsstaat. Daher ist es unumgänglich, daß Gesetze und Festlegungen für ALLE verbindlich sind. Mit Deinen Vorschlägen werden sie unterlaufen. Damit wird ein Rechtsstaat ad absurdum geführt.
Zudem ist es kein Geheimnis, daß eine Zuwanderung fremder Kulturen eine Gesellschaft verändert. Die vermehrte Kriminalität und die zunehmende Etablierung des Islams in unserem Land und den europäischen Ländern, die die Grenzen aufgemacht haben, zeigt, daß es nicht zum Positiven sein muß. Daher dienen Gesetze eines Landes zunächst mal zum Schutz der Bevölkerung dieses Landes! (So wie Gesetze in den USA eben zunächst zum Schutz des US-Amerikaner oder in Rußland zum Schutz der Russen gelten)
Ich empfehle Prof. G. Heinsohns Ausführungen über youth-bulge, den Geburtenüberschuß der Entwicklungsländer und den Kriegsindex. Denn daß die ganzen Zuwanderer im Sinne des Asylrechts verfolgt sind, glaubst doch nichtmal Du, oder?
Freundliche Grüße
Britta

Johannes schreibt:
20. September 2017, 22:29

Liebe Britta, ich hatte nicht zuerst dich im Blick, sondern habe auf den Artikel reagiert, um den es hier geht. Und bei dem Marsch werden genügend Forderungen zur Abschaffung von Gesetzen gestellt, die angeblich den Mord an hunderttausenden Ungeborenen erst ermöglichen.
Johannes

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