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Leichterer Quereinstieg ins Pfarramt gefordert

Evangelisch-theologischer Fakultätentag diskutiert in Wittenberg über einen bundesweiten berufsbegleitenden Studiengang
epd
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Sächsische Vikare 2017
Neben den Vollzeit-Studenten für das Pfarramt, wie hier die 2017 in Sachsen ins Vikariat gestarteten jungen Menschen, soll es künftig bundesweit einen berufsbegleitenden Studiengang geben. © Guenther

Die Evangelisch-Theologischen Fakultäten wollen einen Quereinstieg in den Pfarrberuf bundesweit ermöglichen. Auf der diesjährigen Plenarversammlung in Wittenberg berieten die Delegierten unter anderem über eine Rahmenordung für einen berufsbegleitenden Studiengang, wie Bernd Schröder vom Vorstand des Evangelisch-Theologischen Fakultätentages am Donnerstag in der Lutherstadt mitteilte. Das Thema sei bislang sehr strittig diskutiert worden, aber man sei zuversichtlich, dass die Papiere im kommenden Jahr den Weg durch alle Gremien fänden.

Es gebe eine Nachfrage nach einem solchen Quereinstieg, hieß es. Die Studentenzahlen würden zwar insgesamt steigen, seien aber nicht ausreichend. Regional sind die Bedarfe nach Angaben der Evangelischen Kirche allerdings sehr unterschiedlich. Zudem werde in einem alternativen Weg zum Pfarramt auch eine Bereicherung gesehen. Jemand, der vorher beispielsweise Biologie studiert habe, könne noch einmal ganz anders mit Menschen ins Gespräch kommen. Derzeit gibt es unter anderem in Marburg einen berufsbegleitenden Theologie-Studiengang.

Ein weiteres Thema der Tagung war unter anderem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Der Evangelisch-Theologische Fakultätentag ist die hochschulpolitische Vertretung der 19 Evangelisch-Theologischen Fakultäten und Fachbereiche an deutschen Universitäten und der beiden kirchlichen Hochschulen.

An den Fakultätentag, der am Montag und Dienstag stattfand, schloss sich bis Donnerstag die internationale Konferenz »Glaube und Theologie. Reformatorische Grundeinsichten in der ökumenischen Diskussion« an, die vom Fakultätentag gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veranstaltet wurde.

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hob hervor, dass Kirche und Theologie einander bräuchten und stets im Austausch miteinander seien. Es sei wichtig, diese Gespräche miteinander zu führen. Kritische Stimmen einzelner Theologen zum Reformationsjubiläum sehe er entspannt. Auch sie hätten mit theologischen Einsichten das Jubiläumsjahr zum Erfolg geführt.

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1 Lesermeinungen zu Leichterer Quereinstieg ins Pfarramt gefordert
Gert Flessing schreibt:
17. Oktober 2017, 21:56

Gemeinden sehnen sich nach Pfarrern. Aber wie wird es werden? Wo wird eine Pfarrstelle wieder besetzt, die jetzt vacant ist?
Der Gedanke mit den Seiteneinsteigern ist schön. Menschen, die aus der Lebenswelt kommen, die anders ist, als es sich mancher, der den akademischen Weg zum Pfarramt, vom Abi her, ging, das denken mag.
Doch wenn der Gedanke auch viel für sich hat, auch ich war Schlosser, bevor ich Pfarrer wurde, stellt sich doch die Frage, welche Perspektive die Kirche diesen jungen Menschen bieten kann.
Ich finde auch den Gedanken gut, das Kirche und Theologie einander brauchen. Logisch. Pfarrer sind, so denke und hoffe ich, Theologen. Immerhin sollen sie Gottes Wort der Gemeinde nahe bringen. Ansonsten könnte man auch Politikwissenschaftler oder Soziologen nehmen.
Aber nach solchen Leuten sehnen sich die Gemeinden, die ich kenne, nicht. Sie möchten Gottes Wort hören, damit sie für den Alltag, den ihnen die anderen Typen manchmal mit dem, was sie sagen und schreiben, vermiesen, Kraft finden.
Gert Flessing

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Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel?

(2.Samuel 12,9)

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.

(2.Timotheus 2,19)

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