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Caritas: Sachsen darf nicht nach Afghanistan abschieben

Katholischer Wohlfahrtsverband sieht die Sicherheit der Rückkehrer nicht gewährleistet
(so)
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Fernstrasse zwischen Kabul und Herat in Afghanistan
Die Fernstrasse zwischen Kabul und Herat in Afghanistan © Jerzy Sawluk/pixelio.de

Die Caritas im Bistum Dresden-Meißen ruft die Landesregierung dazu auf, auch in Sachsen vorerst keine weiteren Flüchtlinge nach Afghanistan abzuschieben. Die Menschen seien in höchster Gefahr, denn die Sicherheitslage im Land habe sich weiter verschlechtert, betonte Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich in Dresden. »Die Sicherheit der Rückkehrer ist nicht gewährleistet. Dies bestätigen uns auch Helfer von Caritas international«, so Mitzscherlich.

Das internationale Hilfswerk der deutschen Caritas stützt sich in seiner aktuellen Lagebeurteilung auf Erfahrungen aus seiner Arbeit vor Ort. In keinem anderen Land gebe es mehr terroristische Anschläge als in Afghanistan. »Caritas international ist Partner der Bundesregierung und hat sich auch in Sachsen als kompetente Hilfsorganisation bei den Flutkatastrophen 2002 und 2013 erwiesen«, so Mitzscherlich. »Ich halte die Einschätzung für valide und vertrauenswürdig. Solange die Gefahr nicht spürbar beseitigt ist, ist es moralisch nicht zu vertreten, Menschen aus Afghanistan in ihre Heimat zurückzuschicken«. Die Politik dürfe die Betroffenen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. In seiner humanitären Verantwortung müsse auch der Freistaat in der jetzigen Situation von Abschiebungen nach Afghanistan absehen.

Die Caritas warnt gleichzeitig davor, das Thema Abschiebung im Bundestagswahlkampf politisch zu instrumentalisieren. Die vermeintliche Sicherheit im Land und die Grenzen der Belastbarkeit für Staat und Bürger dürften nicht auf Kosten der Menschen gehen, die Schutz vor Krieg und Terror in ihrer Heimat suchen.

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Lasst euer großes Rühmen und Trotzen; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen.

(1.Samuel 2,3)

Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

(1.Johannes 3,18)

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