Landesbischof Bilz: Hoffnung statt Angst
Landesbischof Tobias Bilz ruft zu Zuversicht und zur Stärkung von Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt auf – Diakonie Sachsen dringt auf mehr Augenmerk für soziale Fragestellungen
Vor dem Hintergrund des herausfordernden Ergebnisses der Bundestagswahl hat Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz zu Zuversicht und zur Stärkung von Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt aufgerufen. Christen sollten jetzt die Möglichkeiten der Situation betonen, statt sich an den Schwierigkeiten abzuarbeiten, mahnte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS). Bilz gehört auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.
Es gelte in dieser Situation zusammenzustehen, sagte Bilz. „Wir setzen mehr auf eine gemeinsame Kraftanstrengung als auf die Durchsetzungsfähigkeit einzelner Akteure“, sagte der sächsische Landesbischof.
In der Mehrheit wünschten sich die Menschen einen Neustart im Regierungshandeln. Bei vielen mischten sich Sorgen um die Zukunft des Landes und der Welt mit Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der anstehenden Probleme. Regierungsbildung und künftiges Regierungshandeln stünden damit unter hohem Erwartungsdruck, sagte der Leitende Geistliche.
Mit Blick auf die hohen Zustimmungswerte für die in Sachsen als gesicherte rechtsextremistisch eingestufte AfD sagte Bilz, von Abgrenzung und Schuldzuweisungen sei keine Lösung der Probleme zu erwarten, sondern eine Verschärfung der Situation.
Aus Konsequenz aus den Ergebnissen der Bundestagswahl dringt die Diakonie Sachsen auf mehr Augenmerk für soziale Fragestellungen. Ein funktionierender Sozialstaat bilde das Fundament für wirtschaftliche Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Wahlergebnisse in Sachsen zeigten, dass sich viele Menschen von der Politik nicht gehört fühlten, erklärte der Diakonie-Vorstandsvorsitzende Dietrich Bauer am Montag in Dresden.
„Dass ausgerechnet in unseren Regionen Kräfte erstarken, die weder soziale Gerechtigkeit noch eine starke Zivilgesellschaft fördern, muss uns alle alarmieren“, mahnte Bauer. Er kritisierte, dass soziale Themen im Wahlkampf kaum vorgekommen seien. „Umso wichtiger ist es, dass die neue Bundesregierung das Soziale in den Mittelpunkt rückt“, mahnte er.
Kinder, Junge und Alte, Familien und Menschen mit Behinderungen erwarteten Lösungen. Dabei müsse es um soziale Gerechtigkeit, Bekämpfung von Wohnungsnot und die Überwindung der Pflegekrise gehen. Dringender Handlungsbedarf bestehe auch bei Kinder- und Altersarmut, Fachkräftesicherung in sozialen Berufen und bezahlbarem Wohnraum.
Bei der Bundestagswahl vom Sonntag hatte die AfD im Freistaat 37,3 Prozent der Zweitstimmen erhalten. Die CDU erreichte 19,7 Prozent, die Linke 11,3 Prozent, das BSW 9,0 Prozent, die SPD 8,5 und die Grünen 6,5 Prozent.
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